Sicherer Schutz für die schwächsten Auto-Insassen: 12 Kindersitze im Test

zurück zur Übersicht

„Auto Zeitung“ veranstaltete den Test in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) und der Advanced Car Technology Systems GmbH&Co, was für die Seriosität der Prüfverfahren und der Ergebnisse spricht. Der Testcrash wiederum lehnte sich an die Vorgaben der EuroNCAP an. Das Gesamtfazit fiel erstaunlich erfreulich aus: Fast alle Kindersitze erfüllten, so die „Auto Zeitung“ in ihrer Schlussbilanz, ihre Schutzfunktion.

Eine peinliche Schlappe mussten jedoch der Recaro Young Expert sowie der ebenfalls von Recaro hergestellte Monza einstecken. Bei ersterem riss der Schrittgurt beim Crash-Test, so dass dem Becken- und Schultergurt zuviel Belastung zugemutet wurde und der Dummy in Richtung Fußraum abrutschte. Auch der Monza trug unnötige Blessuren davon. Bei ihm brach eine Kunststoffführung, die die Aufgabe hat, den Sicherheitsgurt des Autos in die optimale Position zum Hals des Kindes zu bringen – eine unnötige Bruchstelle, die zu Sekundärverletzungen führen kann.

Doch „perfekt“ waren auch die Testsieger leider nicht. Der Maxi-Cosi Cabriofix, Testsieger bei den Babyschalen, bot zwar im Crashtest den besten Schutz und belastete Kopf-, Hals- und Brustbereich am wenigsten. Doch die viel zu steile Endlage nach dem Crashtest – Folge der „ungenügenden Sitzbefestigung“ – zwang die Tester zu einem Punktabzug. Nur der Teutonia Tario hielt hier dank einer separaten Basisschale den Kräften stand. Die Babyschale von Maxi-Cosi wurde jedoch aufgrund des Crashtest-Ergebnisses trotzdem Testsieger. Ein „sehr“ empfehlenswert“ durfte sich außerdem noch der Recaro Young Profi Plus abholen.

Die besten Ergebnisse der Klasse I für Kinder bis vier Jahren/18 Kilogramm Körpergewicht lieferte wiederum der Römer King Plus, da bei den Tests die geringste Kopfbelastung gemessen wurde. Auch die Kräfteverteilung im Brustbereich ist bei ihm – wie auch bei allen Modellen von Maxi-Cosi und Recaro – wegen der breiten Gurte und des gepolsterten Geschirrs sehr gut. Der Ausrutscher in dieser Klasse war – wie bereits erwähnt – der Recaro Young Expert, bei dem übrigens auch die Gefahr von Kopfverletzungen nicht auszuschließen ist, da auf diesem großen Kräfte einwirken.

Punktabzüge in der Klasse II (3 ½ bis 12 Jahre/36 Kilogramm) mussten der Cybex Solution, der Recaro Monza und der Conrad Lift Evo PT sowie auch sogar der Testsieger Römer Kid Plus hinnehmen. Der Grund dafür waren die Schultergurte, die beim Crashtest die Dummys zu sehr in den „Würgegriff“ genommen hatten. Überhaupt gaben bei allen Sitzen der Klasse II die Gurtführungen unter hohen Belastungen nach, da sie zumeist unterdimensioniert sind. Folge: Die Gurte sitzen nicht mehr so straff. Wie in der Klasse I, so wurde auch in der Klasse II der Römer Kid Plus Testsieger wegen der geringsten Kopfbelastung. Die Auszeichnung „sehr empfehlenswert“ wiederum stand laut Redaktion dem Maxi Cosi Rodi XR zu, der mit nur zwei Punkten Abstand zweiter in der Punktewertung wurde.

An den Kopfstützen sowie dem individuell anpassbaren Seitenaufprallschutz der Sitze in der Klasse I und II dagegen fanden die Tester bei keinem Modell etwas auszusetzen, ebensowenig wie an der atmungsaktiven Polsterung. In puncto Komfort haben also alle Hersteller ihre Hausaufgaben sehr gut gemacht. Nun sollten sie sich zügig an die Arbeit machen, die ein mehr oder weniger großes Sicherheitsrisiko darstellenden vereinzelten Mängel zu beseitigen.

Die Testergebnisse der einzelnen Kindersitze finden Sie in Kurzform und aufgeteilt nach den drei Klassen bequem über folgende Links:
Babyschalen
Kindersitze Klasse I für Kinder bis 4 Jahren
Kindersitze Klasse II für Kinder bis 12 Jahren

Verwandte Artikel

 
Kommentar schreiben 
Name (Nickname):*
E-Mail (wird nicht veröffentlicht):*
Website:
Summe von 6 + 10 ?:*
* Pflichtfelder Datenschutzrichtlinie