Parken, Einkaufen, Haushalten – dies sind die drei typischen Herausforderungen, denen ein Stadtauto idealerweise gewachsen sein sollte. Und sowohl Toyota als auch Ford werben kräftig damit, dass ihre Kleinstwagen IQ und Ka genau für diese Herausforderungen bestens gerüstet sind. Stimmt, meint der ADAC nach einem Vergleichstest der beiden Stadtflitzer, und dennoch sind die beiden recht unterschiedlich in ihrem Charakter.
Schon mit seiner Größe signalisiert der Toyota IQ, dass er der wendigere der beiden Kleinstwagen ist. Nur 30 Zentimeter länger ausgefallen als der Konkurrent smart, beeindruckt er mit einem bemerkenswerten Wendekreis von 8,6 Meter – selbst in Kleinststädten dürfte mit dem IQ gut manövrieren sein. Der Ka muss mit seinen 10 Metern da etwas zurückstecken. Und auch beim Einparken finden IQ-Besitzer auf jeden Fall öfter eine kleine kleine Lücke als Ka-Fahrer.
Der Nachteil liegt jedoch auf der Hand. Der theoretisch als Viersitzer annoncierte IQ dürfte in den meisten Fällen nur als Zweisitzer unterwegs sein, denn im Kofferraum lässt sich nicht einmal ein Kasten Sprudel transportieren. Nur mit umgelegter Rückbank stehen 245 Liter Laderaum zur Verfügung. Personen über 1,70 Meter haben es auf der Rückbank ebenfalls schwer, genauer: eng. Viel besser fährt es sich da mit dem Ford Ka. Zwar nicht üppig, aber auch für Erwachsene ausreichend ist sein Platzangebot, und auch ohne umgelegte Rücksitze fasst sein Kofferraum 220 Liter. Während der IQ also die Parkplatzkrone trägt, schmückt sich der Ka mit dem Lorbeerblatt für das Platzangebot.
An beiden Stadtautos gleichermaßen bemängelte der ADAC die Lenkung, die zwar in der Stadt leicht zu handhaben ist, über Land jedoch etwas mehr Rückmeldung von der Straße bieten dürfte. Nichts zu beanstanden gab es dagegen nach dem bestandenen ADAC-Ausweichtest, wobei der Ford eine höhere Kurvengeschwindigkeit zuließ als der früh untersteuernde IQ. Für den IQ wiederum spricht die üppige Ausstattung mit unter anderem ESP, Airbags und Klimaanlage. Doch das von Toyota geschnürte Paket hat seinen Preis, der beim Testfahrzeug bei 14.000 Euro liegt. Günstiger kommt hingegen der Ka. 10.950 Euro, allerdings ohne ESP (plus 360 Euro) und Kopf-Airbags (plus 260 Euro).
Ganz unterschiedliche Charaktere verbergen sich schließlich noch unter der Motorhaube. Hier zeigte sich der Vierzylinder des Ka eindeutig kräftiger aufgestellt als der Dreizylinder des IQ, der auf Autobahnen sich relativ viel Zeit lässt, bis die Reisegeschwindigkeit erreicht ist. Der ADAC attestiert ihm dafür eine „erstaunlich“ kultivierte und laufruhige Motorleistung, die sich bei höherem Tempo übrigens weniger laut bemerkbar macht als beim „kernigen“ Ford Ka.
Bleibt als letztes das Thema Haushalten übrig. Der Ka ist, wie gesagt, zwar billiger, benötigte dafür in der Stadt 1,3 Liter mehr Benzin als der IQ (6,6 zu 5,5 Liter). Beim Testschnitt herrschte dagegen wieder fast Gleichstand (5,8 zu 5,5 Liter) – trotzdem empfiehlt sich der IQ für alle, die fast ausschließlich in der Stadt unterwegs sind.
Fazit: Wendiger und etwas sparsamer ist der Toyota IQ 1.0, das ideale Stadtauto für Singles und Pärchen. Wer für mehrere Personen einkaufen muss und auch ab und an ein Kind zum Sport fahren will, ist mit dem Ford Ka 1.2 8V Titanium besser dran. Gelungene Stadtflitzer jedoch sind beide, wie der ADAC betont, allemal – unabhängig von den schönen Werbesprüchen der Hersteller. – - Die Testfazits mit den Pro/Contra-Eigenschaften der beiden Kleinstwagen finden Sie hier.

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