Familienauto und Alltagstauglichkeit: Die Vans in der 140-PS-Klasse sind beliebt, weil erste Wahl, wenn zum Beispiel Kinder Ansprüche an mehr Platz und Komfort im Auto stellen. Zu den alteingessenen Vertretern der Klasse zählen der Mazda 5 2.0 MZR und der VW Touran 1.4 TSI, zu denen erst kürzlich nun auch der neue Renault Grand Scénic TCe gestoßen ist.
Und weil es bei einem Van an erster Stelle auf Platzangebot und Raumgefühl ankommt, widmete die „Auto Zeitung“ diesem Kapitel mehr Aufmerksamkeit als den anderen Testdisziplinen. Sieger im Teil-Kapitel „Karosserie“ wurde der Touran, der damit auch schon ein Zeichen für den späteren Testsieg setzte. Dabei sind alle drei, wie die Zeitschrift betont, als Familienautos „funktional bis sehr funktional“ eingerichtet. Jeden der drei nimmt bis zu 600 Kilogramm Zuladung auf, und eine Reise mit sieben Personen ist ebenfalls möglich -wenn auch die dritte Sitzreihe nur beim Mazda serienmäßig vorhanden ist.
Dafür büßte der Mazda diesen kleinen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz beim Kofferraumvolumen ein. Statt nur 538 Liter wie bei ihm passen in den Reanult 678, in den Touran sogar 695 Liter hinein. Wenn alle hinteren Sitzreihen ausgebaut sind, stehen sich sogar 1.566 Liter beim Mazda gegen fast 2.000 bei Renault/VW gegenüber. Auch in puncto Variabilität ist der Mazda etwas schlechter aufgestellt, und seine breite Mittelkonsole schränke die Beinfreiheit leider etwas ein. Überhaupt punktete in Sachen Platzangebot und Raumgefühl vor allem der Renault. Der VW wiederum bietet wegen seines kürzeren Radstandes in der zweiten Reihe weniger Platz. Fast Gleichstand wiederum herrscht bei der Sicherheitsausstattung, wobei sich der VW einen kleinen Vorsprung herausarbeitete, der auch bei der Verarbeitung und Materialanmutung vorne lag, jedoch leider auf schlechten Straßen unangenehm mit etwas quietschenden Einzelsitzen auffiel. Trotzdem reichte es für ihn unterm Strich nach Punkten für den Sieg in der Karosseriewertung.
Den höchsten Fahrkomfort und damit auch die meisten Punkte in diesem Kapitel wiederum weist der Renault auf. Vor allem auf Autobahnen, so die „Autozeitung“, sei der Grand Scénic „eine Klasse für sich“. Nur der Mazda konnte sich hier mit ihm fast messen – jedoch nur ohne Zuladung. Der Touran dagegen sei recht straff abgestimmt und deswegen gegenüber Unebenheiten der Straße leider gnädiger. Der Renault trumpfte außerdem als Leisetreter auf, insbesondere gegenüber dem Mazda, dessen Dämmung im Heckbereich der Testbericht „nachlässig“ nennt. Ausschlaggebend für den Sieg des Touran im Kapitel Motor/Getriebe war dessen Turbolader und Kompressor, der für ausreichend Temperament des Vans sorgt. Der Renault wiederum gefiel mit der besten Laufkultur, verbrauchte dafür am meisten Sprit, und unterlag dem Mazda im Sprint. Dessen Stunde schließlich schlug im Kapitel Fahrdynamik, in dem er sich als der agilste des Trios präsentierte. Doch er ist nicht nur sehr fahraktiv ausgelegt, sondern bietet auch die besten Bremsen unter den Testkandidaten.
Im Kapitel Umwelt/Kosten lag wegen seines „Kampfpreises“ von 22.400 Euro noch einmal der Renault Grand Scénic TCe 130 Dynamique vorne, knapp vor dem Mazda 5 2.0 MZR, der ebenfalls wesentlich günstiger ist als der Volkswagen Touran 1.4 TSI. Doch am Gesamtsieg des Touran, der in den einzelnen Testkapitel fleißig Punkte gesammelt und damit seine insgesamt betrachtet größere Ausgewogenheit demonstriert hatte, ändert sich deswegen nichts. Die Testfazits der “Auto Zeitung” finden Sie hier.

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