Zwei Kult-Zwerge im Vergleichstest: BMW Mini gegen Fiat 500

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Lässt man die Ausstattung unberücksichtigt, kostet der BMW Mini 1.4 One rund 2.200 Euro mehr als der in voller Montur zum Test angetretene Fiat 500 8V Lounge Ecolog. Die beim Italiener vorhandenen Extras wie Klimaanlage, Leichtmetallräder sowie Lederlenkrad würden die Differenz sogar noch deutlich höher treiben. Im Kostenkapitel musste der Mini also klar die Segel streichen.

Doch auf der Suche nach weiteren „rationalen“ Gründen für oder gegen einen der häufig vorrangig wegen ihres Design gekauften Fahrzeuge wurde „Auto Motor und Sport“ hauptsächlich beim Mini fündig. Dies trifft zwar nicht auf das Interieur zu, dessen von BMW behauptete „Premium“-Qualität nicht wirklich zu finden war – Beispiel: die Drehräder der Audioanlage würden wie billiges Spielzeug anmuten, wie es im Testbericht heißt. Aber auch dem Fiat 500 fehle es an Bedienkomfort – Beispiel hier: die schlecht ablesbaren oder kaum auffindbaren Instrumente. Und noch etwas haben die beiden gemeinsam. Auf der Suche nach Beinfreiheit dürfe man sich bei keinem machen. Dafür lebt es sich zumindest oben hinaus im BMW deutlich freizügiger – 1:0 für den BMW im Karosseriekapitel.

Die deutlichsten Unterschiede traten jedoch in den rein technischen Disziplinen Fahreigenschaften, Antrieb und Fahrkomfort auf. So hatte der Fiat bei nahezu identischer Motorleistung das Nachsehen gegenüber dem BMW, und dies trotz 115 Kilogramm weniger Blechspeck auf den Hüften. Er entpuppte sich zwar als drehfreudig, auch in den höheren Gängen, verpasste jedoch um zwei Sekunden die von Fiat angegebene Beschleunigungswerte, geschweige denn, dass er mit dem BMW mithalten konnte. Von 0 auf 100 km/ fehlten ihm 1,4 Sekunden, noch drastischer fiel die Differenz bei den Elastizitätswerten aus: satte 7,5 Sekunden beim Sprint von 80 auf 120 km/h. Dazu komme noch die Abneigung des Fiat gegen Kurven, was vorrangig seiner Lenkung geschuldet ist, die kaum Informationen von der Straße an den Fahrer weitergibt, der sich wiederum angesichts der wenig Seitenhalt bietenden Sitze regelmäßig das Ende der Kurve herbeiwünsche.

Vom Federungskomfort ganz zu schweigen. Auch in diesem Punkt habe der Mini ganz klar die Nase vorn, und gerade das Fahrwerk verdeutliche auch, warum für den Mini ein deutlicher Aufpreis fällig und gerechtgertigt sei. In Kurven jedenfalls mache der Mini so richtig Spaß – allerdings nur, wenn es bergab gehe und die richtige Geschwindigkeit vorhanden sei. Denn mit seinen 75 PS wirke der Mini One doch teilweise etwas „unmotiviert“, obwohl es das Fahrwerk doch locker mit der dreifachen Leistung aufnehmen würde.

Zum Schluss musste „Auto Motor und Sport“ beiden Kleinwagen für ein gemeinsam begangenes Foul die (mindestens) Gelbe Karte zeigen, und zwar für den eines Kleinwagen nicht würdigen hohen Spritverbrauch, der von manch einem Mittelklassewagen leicht unterboten wird (6,8 Liter Fiat, 7,3 Liter Mini).

Fazit: Billiger ist sicherlich der Fiat 500 – aber ein „rundum gutes Auto“, so der Testbericht, erhalte man mit ihm nicht. Der höhere Preis des Mini One wiederum lasse sich über das „hervorragende Fahrwerk“ sicherlich rechtfertigen. Doch vom „zähen“ 75-PS-Motor werde es kaum gefordert. – - Die Testfazits von „Auto Motor und Sport“ finden Sie hier.

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