TomTom Start 60: Navigation mit 15 Zentimetern Bilddiagonale
Ab sofort offeriert der niederländische Navi-Hersteller TomTom ein Navigationssystem, das erstmals in der Firmengeschichte mit einem sechs Zoll großen Bildschirm ausgestattet ist – was umgerechnet einer Bilddiagonale von ungefähr 15 Zentimetern entspricht. Das Start 60 Traffic Europe soll damit verständlicherweise noch einfach abzulesen sein, das Display lädt außerdem förmlich dazu ein, das Navi in größeren Fahrzeug einzusetzen.
Unverständnis hat dafür bereits auf der anderen Seite hervorgerufen, dass TomTom nicht das ebenfalls erst kürzlich neu ins Sortiment aufgenommene Go Live 1015 in der Camper & Caravan-Edition mit dem üppigen Display ausgestattet hat – gerade in diesen Fahrzeugen käme ein größerer Bildschirm aufgrund der teilweise recht weit vom Fahrer entfernten Windschutzscheibe sehr zupass. Stattdessen hat ein hauptsächlich für PKWs gedachtes Navi das Display-Upgrade erfahren, vielleicht mit dem Hintergedanken, dass es sich in einem SUV besonders gut machen würde – dem durchaus zuzustimmen wäre. Die Darstellung der Karte sowie die Menü-Buttons fallen der Displaygröße entsprechend ebenfalls markanter aus, das Gerät soll sich daher nicht nur besser ablesen, sondern auch einfacher bedienen lassen. Wie groß der Mehrwert gegenüber einem 5-Zoll-Modell konkret ausfallen wird, werden die ersten Tests und Erfahrungsberichte von Usern zeigen – die sich wiederum vermutlich in der Hauptsache genau diesem Aspekt widmen werden. Denn in technischer Hinsicht bietet das Navi nichts nennenswert Neues, sondern setzt auf das bewährte Gute, das TomTom-Geräte auszeichnet. An Komfortfunktionen findet der Kunde einen Fahrspur- sowie einen Parkassistenten vor, außerdem warnt das Gerät beim Übertreten von Geschwindigkeitsbeschränkungen. Das Vorlesen von Straßennamen ist ebenfalls eigentlich ein alter Hut, die Berechnung der Route nach Maßgabe von Tageszeit und Wochentag wiederum, IQ-Routes genannt, ist zwar ebenfalls nichts Neues, gilt aber in Fachkreisen als besonders effektiv – im besten Fall lotst das Navi den Fahrer zielsicher um Staus herum und hilft damit Zeit, Nerven und Geld zu sparen. Zum Service von TomTom gehört ferner die MapShare-Funktion, die die Navis besonders für Vielfahrer interessant macht: Sie beinhaltet die tägliche Aktualisierung des Kartenmaterials aufgrund von Empfehlungen und Hinweisen aus der Community der TomTom-Besitzer. Diese Funktion steht ab sofort für jedes Navi lebenslang kostenlos zur Verfügung und beseitigt eine notorische Schwachstelle aller Navi-Karten, nämlich deren Veraltung.
Rein unter technischen Gesichtspunkten sowie hinsichtlich seiner Ausstattung betrachtet handelt es sich demnach bei dem Navi um ein typisches solides „Einsteigergerät“, die die Top-Modelle des Herstellers auszeichnende „Live“-, also Internetfunktionen sind hier weggelassen worden. Dass es trotzdem mit fast 200 EUR (Amazon) zu Buche schlägt, geht demnach ausschließlich auf das Konto der großen Displays – dessen konkreter Mehrwert sich erst noch erweisen muss. Denn obwohl der Trend eindeutig in Richtig Großformat weist, ist eine XXL-Bildschirm noch lange kein Selbstläufer. Man darf also gespannt sein, wie das Navi von der potenziellen Kundschaft aufgenommen wird.

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