Neun Billighelme im Test: Bayard siegt mit „befriedigend“

zurück zur Übersicht

Der Preis dieser Helme bewegt sich zwischen 50 und 80 Euro. Diese Preise kommen durch die kostengünstige Herstellung, die ausnahmslos in China oder Taiwan stattfindet, zustande. Sie werden in hohen Stückzahlen in Spritzgussmaschinen hergestellt. Die Produktion ist voll automatisiert und arbeitet sehr effizient. Nach der einmaligen Investition in eine Spritzgussform fallen dank dem günstigen Material Thermoplaste kaum noch Ausgaben an. Die Details wie Visier, Lüftungsschieber und Innenausstattung werden dann noch modifiziert und schon ist ein „neuer“ Helm entstanden. Dieses Baukastensystem hat aber seine Tücken.

Am stärksten wurden im Test die Passform und das Trageverhalten gewichtet. Hier fallen die drei als „mangelhaft“ bewerteten Helme, der MTR S-6, der Soar Concord Evo und der Nexo Laguna II komplett durch. Sie drücken am Kopf und auch die Kinnriemen-Polsterung ist zu kurz, was den Komfort enorm verschlechtert. Zu einem einzigen Trauerspiel wurde der Test bei der Überprüfung der Belüftung. Die Belüftungsschieber sind willkürlich platziert, ihre Funktion ist eher Glückssache. Luft hatte es generell genug in den Helmen, was oft eine unangenehme Zugluft verursachte. Oftmals lag dies am schlecht schließenden Visier. Hier fiel der Testsieger als einziger das erste Mal positiv auf. Der SP-40 von Bayard weist den Wind am Kinn ab und ist weitgehend zugfrei. Auch die Windgeräusche sind im Gegensatz zu den anderen moderat.

Bei der Aerodynamik gab es ebenfalls böse Überraschungen. Bei den meisten Helmen ergibt sich beim Fahren um die 140 km/h ein störender Auftrieb, was oftmals den Blick über die Schulter schlichtweg zu gefährlich macht. Beim Soar Concord Evo musste deswegen der Fahrtest sogar unterbrochen werden. Zur Verarbeitung ist zu sagen, dass die Oberflächenfinishes der Helme erstaunlich gut ausfallen. Dies fällt auch beim X7 von Probiker auf, der es auf den zweiten Platz gemacht hat. Er besitzt zudem ein sehr angenehmes Futter, gute Brillentauglichkeit und die Zugigkeit liegt im Rahmen. Er kann bis 140km/h problemlos getragen werden. Bei der Einpassung der Anbauteile wird dann aber wieder heftig gespart. Eine herausnehmbare und waschbare Innenausstattung findet sich denn auch nur beim Testsieger. Auch beim Gewicht können die Billighelme nicht mithalten, denn gewichtsmindernde Werkstoffe, wie zum Beispiel Kohlefaser sind teuer.

Diese Billighelme sind für sparsame Kurz- und Langsamfahrer ok. Auch als preiswerter Zweithelm bietet sich so ein Modell an. Der Testsieger von Bayard und der Probiker können auch bei höheren Tempi getragen werden. Von den mangelhaften Modellen ist jedoch klar abzuraten.

Die Kurz-Testfazits und eine Testübersicht finden Sie hier.

Verwandte Artikel

 
Kommentar schreiben 
Name (Nickname):*
E-Mail (wird nicht veröffentlicht):*
Website:
Summe von 1 + 2 ?:*
* Pflichtfelder Datenschutzrichtlinie